Fast drei Jahre musste es dauern, aber jetzt bin ich wieder bereit. Schon lange fragten verschiedene Menschen nach, wann ich denn endlich wieder beginne zu schreiben. Beruflich habe ich nie aufgehört, doch ich musste erst einmal mein neues Leben ordnen, um auch aus dem privaten Nähkästchen wieder plaudern zu können. Viel ist passiert. Aus mir ist mittlerweile Frau Herzensösterreicher geworden. Und auch ein kleiner deutsch-österreichischer Bua namens Fritz bereichert unser Leben. Die Hysterie des ersten Babyjahres ist, der Herzensösterreicher mag es vielleicht etwas anders sehen, zugunsten einer gewissen Gelassenheit gewichen, die sicherlich auch mit chronischem Schlafmangel zusammenhängt. Perfektionismus wurde durch „Geht schon. Passt schon.“ abgelöst. Und ich habe die Vorteile von gemusterter Kleidung entdeckt. Darauf sind klebrige Kindermünder- und -fingerabdrücke weniger deutlich sichtbar. Auch macht es mir nichts mehr aus, in aller Öffentlichkeit meinem Kind laut erklären zu müssen, dass auch ich Lulu muss und dass ich mich über Gagsi im Töpfchen freue. Mein Repertoire an schönen und beknackten Kinderliedern wächst von Woche zu Woche. Das permanente schlechte Gewissen, sein Kind schon mit einem Jahr in die Betreuung zu geben, um Filme machen zu können, ist geschrumpft. Unserem Knopf geht es dort sehr gut. Mein Respekt vor Kindererzieher/-innen ist dafür ins Ehrfürchtige gewachsen, was nicht nur an deren außerordentlichen Talent im Basteln liegt. Erstaunlich, was sich aus einer leeren Klorolle so alles herstellen lässt. Warum dieser Blog? Weil wir Mütter und Väter es weder perfekt noch immer richtig machen, aber ich habe gelernt, dass es trotzdem gut so ist. Ich will weder belehren noch Tipps geben, sondern einfach zeigen: Uns geht es genauso. Viel Spaß!
